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Kreisimpfzentrum im Gesellschaftshaus Pfaffengrund startet Betrieb


Ab dem heutigen 22. Januar werden im Kreisimpfzentrum (KIZ) Heidelberg Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Die Einrichtung im Gesellschaftshaus Pfaffengrund ist das zweite Impfzentrum in der Stadt. Als erstes war am 27. Dezember das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) im Patrick-Henry-Village (PHV) an den Start gegangen. Das ZIZ wird vom Rhein-Neckar-Kreis betrieben, das KIZ von der Stadt Heidelberg. Bei optimaler Auslastung können im KIZ Heidelberg täglich rund 600 Menschen geimpft werden – da allerdings aktuell noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht, gibt es zunächst einen Öffnungstag pro Woche. Alle verfügbaren Termine sind bereits vergeben.  

 

„Es gibt eine sehr große Impfbereitschaft in der Bevölkerung und wir möchten so schnell wie möglich mehr Impfungen vornehmen“, erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. „Wir haben allen Grund zu Optimismus: Dass wir schon Impfstoffe haben, ist eine beispiellose Leistung von Forschung und Wissenschaft. Es ist großartig, dass mit dem KIZ nun das zweite Impfzentrum in Heidelberg an den Start geht. Die Stadt und ihre Partner – allen voran das Deutsche Rote Kreuz, die Feuerwehr Heidelberg, die Ärzteschaft und die Bundeswehr – haben in kürzester Zeit alles in die Waagschale geworfen, damit es hier losgehen kann“, sagt Prof. Würzner. 

 

1.200 Impfdosen für die ersten beiden Wochen

 

Für das KIZ Heidelberg stehen für die ersten beiden Wochen rund 1.200 Impfdosen zur Verfügung. Diese werden zum größeren Teil in den Alten- und Pflegeheimen der Stadt über ein mobiles Impfteam verabreicht. Der kleinere Teil der Impfdosen wird direkt im KIZ verimpft. Es wird dafür an zunächst zwei Tagen geöffnet sein: Freitag, 22. Januar, und Samstag, 30. Januar. Freie Termine gibt es an diesen Daten nicht mehr.  

 

„Wir hätten Konzepte, Personal und auch die infrastrukturellen Voraussetzungen, um viel mehr Menschen zu impfen – sobald die Lieferungen umfangreicher werden, können wir den Betrieb sofort hochfahren“, erklärt Jürgen Wiesbeck, Präsident des DRK-Kreisverbands Rhein-Neckar/Heidelberg. Das Rote Kreuz übernimmt die organisatorische Leitung des KIZ, stellt einen Teil des Personals für den Betrieb und auch für die mobilen Impfteams. „Es ist eine enorme logistische Herausforderung – aber jeder ist hochmotiviert, denn auf diesem Weg können wir die Pandemie endlich überwinden.“

 

Die ärztliche Leitung des KIZ hat Drs./NL Albertus Arends übernommen. Der Allgemeinmediziner mit eigener Praxis in Neuenheim ist stellvertretender Vorsitzender der Heidelberger Ärzteschaft. „Vor jeder Impfung gibt es ein ausführliches ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem sämtliche Fragen besprochen werden. Die Impfung ist sicherlich der Wendepunkt in dieser Pandemie. Die Impfstoffe sind intensiv erforscht und getestet, gut verträglich und sicher“, erklärt Arends. 

 

Abläufe im KIZ

 

Die Abläufe im KIZ folgen dem Beispiel des Zentralen Impfzentrums auf PHV: Zuerst werden die Impflinge registriert und dabei wird überprüft, ob sie impfberechtigt sind. Anschließend sehen die Personen einen Aufklärungsfilm, ehe es zu einem Aufklärungsgespräch mit einem Arzt in eine Kabine geht. Erst nach dem Gespräch folgt die Impfung in einer weiteren Kabine durch medizinisches Fachpersonal. Nach der Impfung überprüft ein Arzt, ob alle Unterlagen richtig ausgefüllt wurden; anschließend nehmen die Personen in einem Wartebereich Platz, wo mögliche Impfreaktionen beobachtet werden. Nach 15 Minuten können die Geimpften das KIZ über den Check-Out verlassen, wo sie ihre Unterlagen für die Impfdokumentation abgeben.

 

35 Tonnen Material in kürzester Zeit verbaut

 

Das KIZ wurde baulich seit etwa Mitte Dezember innerhalb weniger Wochen eingerichtet – beim Hochbauamt der Stadt wurde dafür ein Einsatzteam gebildet, das auch über die Feiertage und an Wochenenden quasi im Dauereinsatz war. Da nicht alle Funktionen innerhalb des Gesellschaftshauses Pfaffengrund abgebildet werden können, wurden auf dem Außengelände ein winterfestes, beheizbares Zelt sowie einige Container aufgebaut. Die Innen- und Außenbeleuchtung musste angepasst und der Flucht- und Rettungswegeplan überarbeitet werden. Die Elektro- und IT-Installation wurde ertüchtigt, die Versorgungssicherheit damit drastisch erhöht. Für den sensiblen Umgang mit den medizinischen Arbeitsmitteln und Impfstoffen wurden eigene Arbeitsbereiche eingerichtet, ebenso wie Mitarbeiter-Bereiche, Umkleiden, Sozial-, Aufenthalts- und Pausenräume. 

 

Insgesamt wurden über 170 Meter mobile Trennwandsysteme für Beratungs- und Impfkabinen, mehrere Kilometer Elektroleitung, dutzende Steckdosen zur Strom und Datenversorgung, über 200 Stühle und Tische, säure- und laugenfeste, desinfizierbare Böden und Oberflächen und über 500 Meter Bauzaun verbaut. Das Gewicht des eingebrachten Materials liegt bei weit über 35 Tonnen. 

 

Personell ist das KIZ gut aufgestellt. Auf einen Aufruf der Stadt hin hatten sich kurz vor Weihnachten rund 600 Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen für eine Mitarbeit gemeldet: Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal und viele Freiwillige, die administrative Aufgaben übernehmen können. „Die Resonanz war absolut überwältigend und hat wieder einmal gezeigt, was für eine solidarische Stadt Heidelberg ist“, sagt Oberbürgermeister Prof. Würzner. 

 

Der Weg zum Kreisimpfzentrum

 

ÖPNV: Knapp 300 Meter vom Gesellschaftshaus entfernt, befindet sich die Haltestelle Schützenstraße der Buslinie 34. Darüber hinaus soll an den Impftagen ein separater Bus-Shuttle ab der Straßenbahnhaltestelle Markstraße (Anschluss von und zur Straßenbahnlinie 22) eine zusätzliche Möglichkeit insbesondere für diejenigen Personen und ihre Begleiter bieten, die nicht über einen Pkw verfügen. So kann ihnen ein diskriminierungsfreier Zugang ermöglicht werden. 

Rad: Für den Radverkehr wird an der Einmündung Speyerer Straße/Baumschulenweg eine Hinweistafel aufgestellt. Der Radverkehr fährt nach dieser Kreuzung in Richtung Süden und biegt an der Kreuzung Speyerer Straße/Diebsweg in den Diebsweg ein – ab hier kann sich der Radverkehr an der Wegweisung für den Kfz-Verkehr orientieren. Entlang des Diebswegs ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg (in beide Richtungen) bis zur Einmündung Diebsweg/Schwalbenweg ausgewiesen.

Auto: Der Autoverkehr wird ab der Speyerer Straße (Kreuzung Baumschulenweg und Diebsweg) mittels Wegweiser zum KIZ geführt. Auf dem Parkplatz am Gesellschaftshaus stehen für Impfwillige rund 90 Parkplätze zur Verfügung. Bei Bedarf können Impfwillige auch auf dem östlich des Diebswegs gelegenen Abschnitt des Airfields parken – diese Fläche ist allerdings vorrangig für Mitarbeitende des KIZ vorgesehen. Vom Airfield fährt ein Shuttle zum KIZ.

 

Eckdaten zum Kreisimpfzentrum

 

Adresse: Gesellschaftshaus Pfaffengrund, Schwalbenweg 1/2, 69123 Heidelberg

Öffnungstage: Freitag, 22. Januar, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr; ab dem 30. Januar dann voraussichtlich immer samstags, 9.30 bis 16.30 Uhr. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, können die Öffnungszeiten ausgeweitet werden 

Termine: Die Terminvergabe läuft ausschließlich zentral über die Telefonnummer 116117 oder die Webseite www.impfterminservice.de. 

Benötigte Unterlagen: Impflinge können nach einer Terminvergabe auf der Homepage www.impfen-bw.de ihre für die Impfung benötigten Unterlagen selbst vorbereiten und ausdrucken. Bei der Registrierung im Impfzentrum kann so erheblich Zeit eingespart werden. Außerdem sollten zum Impftermin Personalausweis und Impfpass mitgebracht werden. 

Kapazität: Bei ausreichender Impfstoffmenge könnten täglich bis zu 600 Personen geimpft werden.

Betreiber: Stadt Heidelberg im Auftrag des Landes Baden-Württemberg

 

Text: Stadt Heidelberg


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